Der Kulturkampf am Rande des Hochwaldes
Einführung: Prof. Dr. Wolfgang Seibrich, Kirn
„Hochwälder Hefte zur Heimatgeschichte“ Heft 38, 1999, 137 Seiten, 7,50€
Auszug aus dem Vorwort
Das rasch nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 in nationalem Überschwang gegründete Deutsche Reich wurde schon bald von heftigen Stürmen geschüttelt. Im Osten sahen sich zwei Millionen Polen, nationalistisch und katholisch gesinnt und dem neuen Reich eingegliedert, um ihre Eigenstaatlichkeit gebracht. Im Westen fügte sich das Elsass nur widerwillig den neuen Herren. In den Rheinlanden hatten katholische Kreise mit Misstrauen und Abneigung die Errichtung des protestantischen Kaisertums hingenommen. Jahrhunderte hindurch war das Kaisertum die weltliche Spitze des Reiches Gottes auf Erden und fest im katholischen Denken verankert. Darum konnte sich der katholische Bevölkerungsteil nur schwer damit abfinden, dass die höchste weltliche Autorität nun in den Händen des preußisch-protestantischen Kaisers lag. Und so führte der Versuch der katholischen Wortführer, die angestammten Rechte und Freiheiten zu festigen, und auf der Gegenseite das Bestreben des neuen protestantischen Staates, seine unumschränkte Macht auch in den abseits stehenden Bevölkerungsteilen durchzusetzen, zum Kulturkampf.
Prof. Dr. Seibrich stellt in seiner Einführung die Gründe und Hintergründe, den Verlauf und die Folgen des Kulturkampfes dar und legt so das Fundament zum Verstehen der regionalen Geschehnisse.
Edgar Schwer ist dem Kulturkampf in den Orten am Rande des Hochwaldes nachgegangen. Er hat in Archiven nach amtlichen Unterlagen und in den damaligen Zeitungen nach Berichten gesucht und viele Einzelheiten gefunden und zusammenfassend dargestellt.
Aus dem Inhaltsverzeichnis
Kulturkampf im Trierer Land (Einführung, W. Seibrich)
Die wichtigsten Kulturkampfgesetze, Kulturkampf im Bistum Trier [Bischof Eberhard],
im Hochwald [Hermeskeil, Gusenburg, Nonnweiler, Otzenhausen],
im St. Wendeler Land [St. Wendel, Namborn].
Die Haltung der Presse im Kulturkampf.
Anmerkungen zum Schluss. Quellen- und Literaturangaben